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Giessener Anzeiger 04.06.2009

Bei den Korsaren gilt das Motto "Jeder ist für jeden da"

04.06.2009 - INHEIDEN

Regatta zum 40-jährigen bestehen der Korsarenvereinigung beim Segelclub Inheiden auch mit dem "Vater der Korsarsegler", Karl Hartleb

(ivi). "Der Segelclub Inheiden ist ein besonderes Aushängeschild für Hungen", stellte Herbert Engel nach Feier zum 40-jährigen Bestehen der Korsarenvereinigung im SCI fest. Hungens Erster Stadtrat überreichte bei der Ranglistenregatta "Frühjahrstreff Inheiden" die Siegerpokale.

Auch Inheidens Ortsvorsteher Joachim Schäfer freute sich über die Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet. Der Club hatte zum runden Geburtstag der Vereinigung eine Regatta und den ersten Lauf zur Hessenmeisterschaft ausgerichtet. 22 Korsar-Segler vom Allgäu bis Berlin waren angereist. Drei Tage Segeln bei idealen Windverhältnissen sorgten rundum für gute Laune. Auch das Abendprogramm, das die Gastgeber vorbereitet hatten, trug zu vergnügter Stimmung bei. Ein Film über das "Korsarenleben" und eine Talk Show bei der Martin Fischer humorvoll moderierte, war eine gelungene Sache.

Als den "Vater der Korsarsegler" begrüßte Fischer den 89-jährigen Karl Hartleb, der zusammen mit dem bereits verstorbenen Karl Schwinn vor 40 Jahren die Korsarenvereinigung im SCI gründete. Hartleb erinnerte an die Anfänge, als zehn Jahre nach dem Bau des ersten Korsar, einer sportlichen Gleitjolle mit Trapez und Spinnaker und exzellenten Segeleigenschaften diese Bootsklasse auf dem Trais-Horloff/Inheidener See eingeführt wurde und von Anfang an eine begeisterte Anhängerschar fand. Mitglieder des SCI gründeten 1969 die Korsarenvereinigung, die heute 500 Mitglieder hat. So kann sich der hessische Club als Wiege der Klassenvereinigung sehen, meinte Hartleb. Ursprünglich einmal als Jugendboot gedacht, wurde der Korsar von Anfang an stärker noch von Erwachsenen gesegelt.

Heute sei er auch bei den `Senioren´ ein beliebtes Boot. In den 60er und frühen 70er Jahren war der Korsar in der Bundesrepublik und Westberlin die Regattajolle schlechthin. Nebenbei sind die Boote sehr stabil geworden und bleiben 20 Jahre lang konkurrenzfähig. Es sei erfreulich, dass der Geist der Korsarenvereinigung ("Jeder ist für jeden da"), auch heute noch gelte, freute sich der Altmeister, als er dem Vorsitzenden der Vereinigung, Dr. Thomas Pauer, und dem Vorsitzenden des SCI, Klaus Lachmann, eine Korsarenflagge und einen Wimpel mit dem gleichen Motiv überreichte.

Die drei ersten Plätze der Regatta belegten Thomas Pauer und Birgit Schwab, Jürgen Wiesel und Ute Brendgens sowie Thomas Schul und Sebastian Schul. Die jüngste Teilnehmerin war die elfjährige Marion Böhm vom SCI, die mit ihrem Vater an den drei Wettfahrten mit fünf Durchgängen teilnahm.

Giessener Anzeiger | Ilse Prangenberg-Vick